Informationen für Schulen

Im Sinne einer besseren Vorbereitung Lehramtsstudierender auf die Berufspraxis und einer tragfähigen und nachhaltigen Zusammenarbeit von Schulen und Universität ist uns der Kontakt und Austausch mit Ihnen wichtig.

Hier finden Sie alle Informationen rund um die Praxisphasen.

 

Für Rückmeldungen jeglicher Art, Feedback und konstruktive Kritik bedanken wir uns.

 

 

1. Welche Rolle spielt die Praxis für die Professionalisierung angehender Lehrkräfte?

Das Lehramtsstudium soll Studierenden sowohl die Aneignung grundlegender Kenntnisse, Theorien und Methoden wissenschaftlichen Arbeitens als auch die vielfältigen Anforderungen des zukünftigen Lehrerberufs näher bringen. Insofern umfasst die Ausbildung sowohl fach-  als auch bildungswissenschaftliche Anteile, die durch Praxisstudien im zukünftigen Berufsfeld Schule intensiviert und ergänzt werden. Praxisstudien sind Gelegenheiten für problem- und fallbezogenes Lernen im Berufsfeld und werden von Studierenden überwiegend positiv wahrgenommen und als nachhaltige Erfahrung betrachtet.

Gegenwärtig rückt im Sinne einer zukunftsorientierten Lehrer*innenbildung, die den Anforderungen von Heterogenität und Inklusion gerecht werden soll, die Qualitätsverbesserung der Praxisphasen wieder mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Das Lehrerbildungsgesetz (LehbildG M-V, 2011) des Landes sieht Praxiselemente im Lehramtsstudium ab dem zweiten Semester vor. Bemühungen der Hochschulen zur Verbesserung der Verzahnung aller drei Phasen der Lehrer*innenbildung werden von Bund und Ländern unterstützt (vgl. https://www.bmbf.de/de/qualitaetsoffensive-lehrerbildung-525.html).

 

Eine wachsende Bedeutung bei der Professionalisierung angehender Lehrkräfte kommt dabei der regelmäßigen Kooperation zwischen Schulen und lehrerbildenden Hochschulen zu, die sich ihrer gemeinsamen Verantwortung für die Ausbildung des Nachwuchses bewusst werden und in allen Phasen der Lehrer*innenbildung zum beiderseitigen Nutzen – insbesondere dann aber zum Nutzen der Schülerinnen und Schüler – kooperieren müssen. Im stetigen Dialog zwischen Theorie und Praxis kann konstruktiv neues und geteiltes Wissen entstehen. Dabei sind Mentor*innen ein wichtiges Bindeglied zwischen Schule, Universität und Studienseminar. Ihr Anteil (ihr Unterstützungshandeln und ihre eigene Haltung) am Sozialisations- und Entwicklungsprozess sowie am Kompetenzzuwachs und Lernerfolg angehender Lehrkräfte verdient besondere Beachtung.

Mit dem Ziel diese Ansätze im Sinne einer bestmöglichen Lehrerbildung zu realisieren, wurde das an der Universität Greifswald im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung entstandene Pilotprojekt zum semesterbegleitenden Praxistag inklusive Peer- und Schul-Mentoring im Schulpraktikum I konzipiert.

 

2. Wie sind die Praxisphasen in den Studienablauf eingebettet und aufgebaut?

Die Prüfungs- und Studienordnung  für die Bildungswissenschaften im Lehramtsstudiengang (vom 12. November 2012) sieht drei Pflichtpraktika vor, die im Verlauf des Studiums absolviert werden. Bereits ab dem 2. Semester sind praktische Ausbildungsanteile in das Studium integriert. Hier bekommen Studierende die Gelegenheit, theoretisches Wissen in der Praxis zu überprüfen und anzuwenden, sowie in nachfolgenden Lernformaten ihre Erfahrungen und Erkenntnisse zu reflektieren. Wegen des modularen Aufbaus können die Studierenden den Zeitpunkt für den Besuch der damit verbundenen einzelnen Veranstaltungen ziemlich frei wählen. Die Praktikumsstufen sind dabei in chronologischer Reihenfolge zu absolvieren, was mitunter auch zu Verzögerungen im Studienablauf und damit zu Abweichungen von der Regelstudienzeit führen kann.

 

Jedes Praktikum setzt einen bestimmten Fokus: 

1.     Sozialpraktikum:

Erprobung des Arbeitens mit der späteren Zielgruppe und Einblick in (sozial)pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

2.     Schulpraktikum I (Orientierungspraktikum): 

Erkundung des Berufsfeldes Schule und Überprüfung der Berufswahlentscheidung sowie erster Rollenwechsel von der Schüler- in die Lehrerperspektive

3.     Schulpraktikum II (Hauptpraktikum):

Vorbereitung, Durchführung und Reflexion von Fachunterricht, Verknüpfung von pädagogischem Wissen, Fachwissen und fachdidaktischem Wissen

 

Eine Übersicht zu den Praktika im Lehramt an der Universität Greifswald finden Sie im folgenden Link.

Praktika im Lehramtsstudium

 

2.1 Sozialpraktikum

Allgemeine Informationen:

Das SZP ist das erste von drei aufeinander folgenden mehrwöchigen Praktika. Es wird im außerunterrichtlichen Bereich absolviert und dient neben der Erprobung des Arbeitens mit der späteren Zielgruppe dem Blick in sozialpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

 

Zeitpunkt und Umfang: 

Das SZP soll zwischen dem ersten und zweiten Semester absolviert werden. Es dauert mindestens drei Wochen und 90 Kontaktstunden. Die Kontaktstunden können auch als regelmäßiges semesterbegleitendes Praktikum (bspw. einen Nachmittag wöchentlich) erbracht werden. Eine längere bereits absolvierte Praxisphase innerhalb von zwei Jahren vor Aufnahme des Studiums kann u. U. als SZP-Zeit anerkannt werden.

 

Zulassungsvoraussetzung:

Der erfolgreiche Besuch der für alle obligatorischen Einführungsveranstaltung.

 

Anmeldung, Zulassung und Bescheinigung:

Für die Anmeldung und Zulassung im Praktikumsbetrieb sind die Studierenden selbst verantwortlich. Absprachen und Verträge werden zwischen Betrieb und Student*in geschlossen. Die erfolgreiche Durchführung wird durch den Praktikumsbetrieb auf dem Formular „Bescheinigungen SOZIALPRAKTIKUM“ bestätigt.

 

Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung:

Mittels einer 14-täglichen Lehrveranstaltung werden die Studierenden auf die erste Praxisphase vorbereitet. Durch Peer-Austausch werden während des SZP die Erfahrungen begleitet. Die Auswertung und Reflexion erfolgt in einer Lehrveranstaltung im zweiten Semester sowie durch das Anfertigen von Portfolio-Elementen.

 

 

2.2 Schulpraktikum I

Allgemein:

Das Schulpraktikum I ist das zweite von drei Pflichtpraktika im Lehramtsstudium und in der Regel zwischen dem 4. bis 6. Semester platziert. Es findet ausschließlich an Schulen statt, wobei sich die Studierenden für eine Schule ihrer Wahl entscheiden. Ziel dieses Praktikums ist es, dass die Studierenden ihre Berufswahlentscheidung überprüfen und die Schule mit ihren vielfältigen Aufgaben aktiv kennen lernen. Dazu gehört der Kontakt zu möglichst allen an Schule Beteiligten und neben der Hospitation von Unterricht die Teilnahme an schulischen Veranstaltungen sowie das erste Ausprobieren im Praxisfeld Schule. Eigenverantwortlicher Unterricht soll im ersten Schulpraktikum nicht gegeben werden, wobei kleinere, durch einen Mentor  begleitete, Unterrichtssequenzen möglich sind.

 

Umfang und Dauer:

Das Praktikum als Blockpraktikum hat einen Umfang von vier Wochen mit einer Kontaktstundenzahl von 100 Stunden. Davon sollen 60 Stunden für die vielfältigen schulischen Aufgabenbereiche  genutzt und 40 Stunden hospitiert werden.

 

Vorbereitung und Auswertung:

Auf das Praktikum werden die Studierenden mit einem halbsemestrigen Seminar vorbereitet. Um die eigenen Erfahrungen sowie die Wissens- und Kompetenzentwicklung reflektieren zu können, führen die Studierenden ein Portfolio, das ihnen zur Dokumentation, Sammlung und Bearbeitung schulpädagogischer Aufgaben dient. Im nachfolgenden Semester findet eine angeleitete Gruppenreflexion für die Studierenden statt.

2.4 Dokumentation der Praxisphasen

Portfolio

Das Portfolio soll als systematische Sammlung von Dokumentationen und Reflexionen vor allem die der eigenen berufspraktischen Entwicklung der Praktikant*innen dokumentieren und helfen, Entwicklungsbedarfe zu identifizieren sowie die nächsten Lernziele zu formulieren. 

Dazu wird es regelmäßig mit Hochschullehrer*innen, Mentor*innen oder Peer-Mentor*innen sowie in studentischen Lernteams besprochen und ist somit auch ein Instrument im Rahmen der individuellen Begleitung und Beratung.

 

Portfolio für das Sozialpraktikum (SZP)

Portfolio für das Schulpraktikum I (SP I)

Portfolio für das Schulpraktikum II (SP II)

 

3. An wen wende ich mich bei Fragen?

Praktikumsbeauftragte ist Dr. Anne Heller Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um das Schulpraktikum I.

Bei Fragen zum Sozialpraktikum wenden Sie sich an Martina Winkelmann.

Inhalte und Ablauf des Schulpraktikums II liegen in der Verantwortung der Fachdidaktiken. Die zuständigen betreuenden Kolleg*innen können Sie der Homepage (https://ews.uni-greifswald.de/studiumpraktika/praktika/schulpraktikum-ii/) entnehmen.

Für die Qualitätsoffensive Lehrerbildung, insbesondere das Pilotprojekt zum Schulpraktikum I, sind Dr. Frances Hoferichter und Ute Volkert Ihre Ansprechpartnerinnen.

 

4. Erprobung eines neuen Formats im Schulpraktikum I

Pilotprojekt

Semesterbegleitender Praxistag, Peer Mentoring und Schulnetzwerk im Schulpraktikum I

1. Ziele

  • Prozessbegleitung Lehramtsstudierender im Schulpraktikum I
  • Entwicklung einer Praxiskultur unter Berücksichtigung der Bedarfe unserer Partnerschulen und vielfältiger Formen der Theorie-Praxis-Verschränkung
  • Entwicklung eines beruflichen Selbst bereits in der frühen Schul-Praxisphase

 2. Umsetzung

  • Wissenschaftliche Begleitung entlang des wöchentlichen Praxistags durch Begleitseminare
  • Praxisnahe Begleitung durch Schul- und Peer-Mentor*innen als Ansprechpartner*innen für Studierende und Uni-Personal (Peer-Mentor*innen sind Studierende, die das Schulpraktikum I bereits erfolgreich absolviert haben und für diese Aufgabe ausgebildet werden.)
  • Rückmeldung der Praxisbedarfe durch unsere Partnerschulen
  • Praktikant*innen reflektieren in Zweierteams (Tandems) und können bei Gegebenheit Lerngelegenheiten zu zweit erleben. Evident sind der Austausch darüber sowie die gemeinsame Vorbereitung und Reflexion.

 

Achtung: Die Studierenden haben während des Semesters verpflichtende Lehrveranstaltungen wahrzunehmen. Die Praxistage sind daher individuell im Vorfeld mit den Schulen abzustimmen.

 

3. Umfang

  • 100 Kontaktstunden an der Schule, ca. 30 Stunden Unterrichtshospitation und ca. 70 Stunden aktive Kontaktzeit      
    Die Studierenden unterbreiten ihre Angebote für die aktive Kontaktzeit entsprechend ihren Stärken und Interessen eigenverantwortlich und auf Grundlage ihres Semesterplans frühzeitig (z.B. Angebote im Rahmen der Ganztagsbetreuung, Unterstützung bei Aufsichten, Projekten, Elternabenden, Einzelförderung …).
  • Studierende des Lehramtes Gymnasium und Studierende des Lehramtes Regionale Schule absolvieren das Praktikum zwischen dem 4. und 5. Semester an einer der Partnerschulen wahlweise für das angestrebte oder ein anderes Lehramt.

 4. Ablauf-Variante

  1. Blockwoche mit mindestens 20 Stunden in der letzten Woche der vorlesungsfreien Zeit, täglich mindestens 4 Stunden. Der Beginn kann - bei Bedarf der Schule - auch früher liegen.
  2. 15 Wochen mit i.d.R. je einem Wochentag á mind. 4 Stunden, gesamt 60 Stunden.
  3. eine Woche, 20 Stunden, zur freien Verfügung, um zusätzliche Angebote an den Schulen zu machen bzw. zu begleiten.

  

LEHRer*innenbildung reformierEN in Mecklenburg-Vorpommern (LEHREN in M-V) wird im Rahmen der gemeinsamen Qualitätsoffensive Lehrerbildung von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. https://www.qualitaetsoffensive-lehrerbildung.de/

 

Kontakt

Bei allgemeinen Fragen wenden Sie sich bitte an:

pb_lehramt(at)uni-greifswald(dot)de

 

Sozialpraktikum (SZP):

pb_lehramt(at)uni-greifswald(dot)de

 

Schulpraktikum I (SP I):

anne.heller(at)uni-greifswald(dot)de

 

Schulpraktikum II (SP II):

Anglistik: Dr. Margitta Kuty

Geographie:  Dr. Karin Richter

Germanistik:  Anja Sieger

                        Grit Jarmer

Geschichte:  Dr. Martin Buchsteiner

Kunst:  Maria-Friederike Schulze

Mathematik:  Dr. Malte Wellnitz

Philosophie:  Jürgen Müller

Religion:  Frank Bothe

Slawistik: