Methoden für die Erarbeitung

1. Vier-Ecken-Methode
| Die Vier-Ecken-Methode ist eine aktivierende Diskussionsmethode, bei der Lernende ihre Meinung zu einer Fragestellung durch ihre Position im Raum sichtbar machen. |
| Ablauf: Die Lehrkraft formuliert eine Frage oder mehrere Aussagen zum Thema. In jeder Ecke des Klassenraums wird eine mögliche Antwort oder Position aufgehängt. Die Schüler*innen entscheiden sich für eine Ecke und stellen sich dort auf. Anschließend tauschen sie sich in ihrer Gruppe über ihre Entscheidung aus und sammeln Argumente. Danach können einzelne Gruppen ihre Position im Plenum vorstellen und diskutieren. |
| Besonderheiten bzw. Stolpersteine: Die Aussagen sollten klar und unterscheidbar sein. Wichtig ist, dass die Lernenden ihre Wahl begründen. Die Lehrkraft sollte darauf achten, dass alle Positionen respektiert werden und keine Gruppe dominiert. |
| Beispiel: Im Deutschunterricht werden vier mögliche Deutungen eines Gedichts in den Ecken aufgehängt. Die Schüler*innen wählen die Interpretation, die sie am überzeugendsten finden, und sammeln Argumente dafür. |

2. Placemat-Methode
| Die Placemat-Methode ist eine kooperative Gruppenarbeitsmethode, bei der zunächst individuell gearbeitet und anschließend ein gemeinsames Gruppenergebnis erarbeitet wird. |
| Ablauf: Die Schüler*innen arbeiten in Kleingruppen und erhalten ein großes Blatt Papier mit mehreren Feldern und einem mittleren Bereich. Zuerst schreibt jede Person ihre Ideen in ihr eigenes Feld. Danach tauscht sich die Gruppe über die Ergebnisse aus. Gemeinsam werden die wichtigsten Punkte im zentralen Feld festgehalten. |
| Besonderheiten bzw. Stolpersteine: Alle Gruppenmitglieder sollten zunächst wirklich individuell arbeiten, damit unterschiedliche Ideen entstehen. Die Lehrkraft sollte darauf achten, dass jede Person beteiligt wird und nicht nur einzelne dominieren. |
| Beispiel: Im Politikunterricht sammeln die Schüler*innen zunächst individuell Gründe für Migration, bevor die Gruppe die wichtigsten Ursachen im mittleren Feld zusammenfasst. |

3. Kopfstand-Methode
| Die Kopfstand-Methode ist eine kreative Problemlösungsmethode, bei der eine Fragestellung bewusst ins Gegenteil verkehrt wird. |
| Ablauf: Die Lehrkraft formuliert zunächst eine Frage, die „auf den Kopf gestellt“ wird, zum Beispiel: „Wie können wir ein Ziel möglichst schlecht erreichen?“. Die Schüler*innen sammeln dazu Ideen. Anschließend werden diese negativen Punkte ins Positive umformuliert. Daraus entstehen konkrete Lösungsansätze. |
| Besonderheiten bzw. Stolpersteine: Die Methode erfordert eine klare Anleitung, damit die Lernenden den Perspektivwechsel verstehen. Wichtig ist die abschließende Rückführung ins Positive, sonst bleibt die Aufgabe unvollständig. |
| Beispiel: Im Klassenrat wird die Frage gestellt: „Wie schaffen wir es, dass Gruppenarbeit gar nicht funktioniert?“ Die Antworten werden anschließend in positive Regeln für erfolgreiche Gruppenarbeit umgewandelt. |

4. Medienplanet (App)
| Medienplanet ist eine kindgerechte App zur kreativen Medienarbeit, die spielerisch digitale Kompetenzen fördert. |
| Ablauf: Die Lehrkraft stellt eine kreative Aufgabe, beispielsweise die Erstellung eines Videos, Podcasts oder digitalen Beitrags. Die Schüler*innen arbeiten einzeln oder in Gruppen mit der App. Dabei entwickeln sie eigene Ideen und setzen diese medial um. Anschließend präsentieren sie ihre Ergebnisse im Unterricht. |
| Besonderheiten bzw. Stolpersteine: Es sollte ausreichend Zeit für die technische Einführung eingeplant werden. Außerdem sollten klare Arbeitsaufträge formuliert sein, damit sich die Schüler*innen auf den Inhalt konzentrieren. |
| Beispiel: Im Deutschunterricht erstellen Schüler*innen einen kurzen Podcast zum Thema „Was bedeutet Erfolg?“. |
5. Kialo Edu
| Kialo Edu ist ein digitales Tool zur strukturierten Darstellung von Argumenten in Diskussionen. |
| Ablauf: Die Lehrkraft stellt eine Diskussionsfrage. Die Schüler*innen sammeln online Pro- und Contra-Argumente. Diese werden im Tool übersichtlich als Argumentationsstruktur dargestellt. Anschließend werden die Argumente gemeinsam ausgewertet und diskutiert. |
| Besonderheiten bzw. Stolpersteine: Die Lehrkraft sollte darauf achten, dass die Argumente begründet werden und nicht nur kurze Meinungen bleiben. Außerdem ist eine kurze Einführung in das Tool sinnvoll. |
| Beispiel: Im Politikunterricht diskutieren die Schüler*innen die Frage: „Sollte das Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt werden?“ |
6. Mindmeister
| MindMeister ist ein digitales Mindmapping-Tool zur Strukturierung von Ideen und Informationen. |
| Ablauf: Die Lehrkraft gibt ein Thema vor. Die Schüler*innen erstellen digital eine Mindmap und sammeln dazu Begriffe, Unterthemen oder Zusammenhänge. Diese können anschließend erweitert, ergänzt oder präsentiert werden. |
| Besonderheiten bzw. Stolpersteine: Es sollte darauf geachtet werden, dass die Mindmap übersichtlich bleibt und nicht zu viele Informationen enthält. |
| Beispiel: Im Biologieunterricht erstellen Schüler*innen eine Mindmap zum Thema „Ökosystem Wald“. |

7. Co-Teaching (durch Schüler*innen)
| Beim Co-Teaching durch Schüler*innen übernehmen Lernende einzelne Lehr- oder Organisationsaufgaben innerhalb einer Gruppe. |
| Ablauf: Die Schüler*innen arbeiten in Gruppen und erhalten unterschiedliche Rollen. Beispielsweise übernimmt eine Person die Gruppenleitung, eine andere schreibt Ergebnisse auf und eine dritte erstellt eine Präsentation. Die Gruppe arbeitet gemeinsam an einer Aufgabe und präsentiert anschließend ihre Ergebnisse. |
| Besonderheiten bzw. Stolpersteine: Die Rollen sollten klar verteilt werden, damit alle aktiv beteiligt sind. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass keine Person dauerhaft dieselbe Rolle übernimmt. |
| Beispiel: Bei einer Gruppenarbeit übernimmt Schüler A die Moderation, Schülerin B die Dokumentation und Schüler C die Präsentation der Ergebnisse. |

8. Lapbook
| Ein Lapbook ist ein kreatives Faltbuch, in dem Lernende Informationen zu einem Thema sammeln und anschaulich darstellen. |
| Ablauf: Die Schüler*innen recherchieren zu einem Thema und gestalten ein Lapbook mit Klappen, Bildern und kurzen Texten. Die Inhalte werden strukturiert dargestellt und am Ende präsentiert. |
| Besonderheiten bzw. Stolpersteine: Die Gestaltung kann viel Zeit in Anspruch nehmen, daher sollten klare Arbeitsaufträge gegeben werden. |
| Beispiel: Im Geschichtsunterricht erstellen Schüler*innen ein Lapbook zur Industrialisierung. |

9. Postkarten/Maoams
| Diese Methode dient zur spielerischen Bildung von Gruppen. |
| Ablauf: Die Lehrkraft verteilt verschiedene Postkarten und Maoam-Bonbons. Die Schüler*innen suchen zunächst die Personen mit der gleichen Süßigkeit. Danach bilden sich Gruppen entsprechend der Postkarten. |
| Besonderheiten bzw. Stolpersteine: Die Gruppeneinteilung sollte vorher geplant sein. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass alle schnell eine Gruppe finden. |
| Beispiel: Für eine Projektarbeit finden sich Schüler*innen mit gleichen Maoam-Sorten zu Gruppen zusammen. |

10. Stummes Schreibgespräch
| Das stille Schreibgespräch ist eine Methode, bei der Lernende schriftlich miteinander kommunizieren. |
| Ablauf: Eine Frage oder ein Impuls wird auf ein Plakat geschrieben. Die Schüler*innen schreiben ihre Gedanken dazu auf das Papier. Sie können auf Beiträge anderer reagieren oder neue Ideen ergänzen. Währenddessen wird nicht gesprochen. |
| Besonderheiten bzw. Stolpersteine: Die Methode erfordert eine ruhige Arbeitsatmosphäre. Die Lehrkraft sollte darauf achten, dass respektvoll miteinander umgegangen wird. |
| Beispiel: Im Ethikunterricht beantworten die Schüler*innen schriftlich die Frage: „Was bedeutet Gerechtigkeit?“ |
11. Stationenlernen
| Beim Stationenlernen bearbeiten Schüler*innen selbstständig verschiedene Aufgaben an unterschiedlichen Stationen. |
| Im Klassenraum werden mehrere Stationen mit unterschiedlichen Aufgaben aufgebaut. Die Schüler*innen arbeiten diese eigenständig oder in Gruppen ab. Dabei entscheiden sie selbst, in welcher Reihenfolge sie die Stationen bearbeiten. |
| Besonderheiten bzw. Stolpersteine: Die Aufgaben sollten klar erklärt sein. Außerdem sollte genügend Material an jeder Station vorhanden sein. |
| Beispiel: Im Geografieunterricht bearbeiten Schüler*innen verschiedene Stationen zum Thema Klimazonen. |

12. Strukturlegeplan
| Der Strukturlegeplan hilft dabei, Begriffe oder Bilder zu ordnen und Zusammenhänge sichtbar zu machen. |
| Ablauf: Die Lehrkraft verteilt Karten mit Begriffen oder Bildern. Die Schüler*innen ordnen diese gemeinsam auf einem Tisch oder Plakat. Dabei entstehen thematische Zusammenhänge und Strukturen. |
| Besonderheiten bzw. Stolpersteine: Es sollte genügend Zeit für Diskussionen innerhalb der Gruppen eingeplant werden. |
| Beispiel: Im Biologieunterricht ordnen Schüler*innen Begriffe zum Thema Verdauungssystem in eine sinnvolle Reihenfolge. |
13. Titelblatt
| Die Methode „Titelblatt“ hilft dabei, zentrale Inhalte eines Themas zu strukturieren und kreativ darzustellen. |
| Ablauf: Die Schüler erstellen in Gruppen ein Zeitungstitelblatt zu einem Unterthema. Sie sammeln die wichtigsten Aspekte, ordnen ihnen nach Bedeutung Nummern zu und gestalten ein Plakat wie ein Zeitungscover: Der wichtigste Punkt steht zentral und groß, die weiteren entsprechend kleiner außen herum. Bilder können genutzt werden, müssen aber nicht. Wichtige Inhalte sollen optisch hervorgehoben werden. Zum Schluss formuliert jede Gruppe eine passende Überschrift und präsentiert ihr Titelblatt im Gallery Walk. |
| Beispiel: Die Schüler*innen und Schüler arbeiten in Gruppen das Thema „Die Blaue Banane“ aus. Sie bekommen jeweils eine Region (England, Benelux, Deutschland, Schweiz, Italien) zugeteilt. Die Gruppen sammeln selbstständig wichtige Aspekte zu ihrer Region in Bezug auf die Blaue Banane, unterstützt durch Medienangebote. Diese Aspekte werden auf einem Plakat nach Bedeutung angeordnet und anschließend mit einer passenden Überschrift als Titelblatt gestaltet. |