Ergebnisse
Die vier Motivationstypen
Ein zentrales Ergebnis der SELF-Studie ist die Identifikation von vier Motivationstypen, die zeigen, dass Peers und Lehrkräfte nicht für alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen als Motivationsquellen wirken:
Peer-abhängiger Motivationstyp (36,5%) Diese Schülerinnen und Schüler beziehen ihre Motivation hauptsächlich aus den Beziehungen zu Gleichaltrigen — durch Peer-Feedback, Kooperation und Wettbewerb.
Lehrer-abhängiger Motivationstyp (9,5%) Die Motivation dieser Schülerinnen und Schüler wird vor allem durch die Beziehung zur Lehrkraft bestimmt — durch Lehrer-Feedback, emotionale Bindung und Lehrkompetenz.
Peer-und-Lehrer-abhängiger Motivationstyp (27,8%) Diese Schülerinnen und Schüler haben ein starkes Bedürfnis nach sozialer Eingebundenheit und werden sowohl durch Peers als auch durch Lehrkräfte motiviert.
Unabhängiger Motivationstyp (26,3%) Diese Schülerinnen und Schüler gewinnen ihre Motivation aus der eigenen Person oder externalen Belohnungen, unabhängig von sozialen Beziehungen.
Stress und Prüfungsangst
Die Studie zeigte, dass hohes Stresserleben mit geringem schulischen Engagement zusammenhängt. Positive soziale Beziehungen — sowohl zu Peers als auch zu Lehrkräften — wirken dabei als Schutzfaktor und können Stress und Prüfungsangst reduzieren.
Neurobiologische Befunde
Die fMRT-Analysen zeigten, dass die vier Motivationstypen mit unterschiedlichen Gehirnaktivitätsmustern verbunden sind. So zeigte der unabhängige Motivationstyp erhöhte Aktivität im Striatum, während der Peer-und-Lehrer-abhängige Motivationstyp stärkere Aktivierung im präfrontalen Cortex aufwies.