Unter dem Eindruck der aktuellen PISA-Ergebnisse widmeten sich die Fächer und Bildungswissenschaften im Grundschullehramt auf ihrer halbjährlichen Klausurtagung gemeinsam dem Thema „Sprachliche Bildung“.
In ihrem Impulsvortrag verdeutlichte Prof. Dr. Ingrid Gogolin von der Universität Hamburg, dass sprachliche Bildung nicht allein Aufgabe des Deutschunterrichts ist. Zugleich räumte sie mit verbreiteten Mythen über Mehrsprachigkeit auf. Sprachliche Bildung, so eine zentrale Botschaft des Vortrags, umfasst die Fähigkeit, in unterschiedlichen Kontexten angemessen sprachlich zu handeln. Während die Schule insbesondere bildungssprachliche Kompetenzen vermittelt, tragen Hochschullehrende Verantwortung dafür, die wissenschaftssprachlichen Fähigkeiten der Studierenden gezielt zu fördern.
Ausgehend von einer biografischen Perspektive, nach der Menschen im Laufe ihres Lebens unterschiedliche sprachliche Varietäten erwerben und weiterentwickeln – einer Form der „inneren Mehrsprachigkeit“ –, arbeiteten die Teilnehmenden anschließend zu zwei zentralen Themenfeldern: der sprachlichen Bildung von Studierenden im Hochschulkontext sowie der sprachlichen Bildung in der Schule als Gegenstand der Lehrkräftebildung.
Der erste interdisziplinäre Austausch ermöglichte es, gemeinsame Handlungsfelder zu identifizieren und konkrete Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit zu entwickeln.